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Pressemitteilung

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Schnalstal: Dem Leben im Hochgebirge auf der Spur

Bozen/Athen, 01.09.2026 – Andreas Putzer, Archäologe und Kurator am Südtiroler Archäologiemuseum stellte einem internationalen Fachpublikum die Ergebnisse einer langjährigen Forschungsinitiative des Museums zur alpinen Kulturlandschaft im Schnalstal vor.


Seit rund 15 Jahren untersucht Putzer archäologische Fundstellen im Schnalstal und dessen Nebentälern. Ausgehend von Ötzis Zeit ging er der Frage nach, seit wann und auf welche Weise Menschen diesen alpinen Lebensraum nutzten. 
Beim 32. "Annual Meeting der European Association of Archaeologists (EAA)" in Athen präsentierte er nun erstmals umfassende Ergebnisse seiner Forschungen, deren Augenmerk auf Jagd, Handel, Weide- und Milchwirtschaft liegt. Durch Grabungen und archäobotanische Untersuchungen wurden prähistorische Wirtschaftsweisen rekonstruiert und mit historischen Schriftquellen verglichen. 


Vom Ötzi-Fund zur Erforschung einer alpinen Kulturlandschaft 
Auch aus der Kupferzeit, der Epoche Ötzis, sind in den Seitentälern Spuren menschlicher Anwesenheit bekannt. Vor allem Feuerstellen und Silexabschläge aus der Bearbeitung von Steinwerkzeugen weisen auf Menschen hin, die dort Rast machten oder übernachteten und anschließend weiterzogen. Eine neu entdeckte Fundstelle aus dem 4. bis 3. Jahrtausend v. Chr. verweist auf längere Aufenthalte im Hochgebirge.


Deutlicher fassbar wurde die Entwicklung der Kultur- und Wirtschaftslandschaft im 2. Jahrtausend v. Chr. Mit zunehmenden sozialen und wirtschaftlichen Verbindungen wurden auch hochalpine Räume verstärkt erschlossen. Während der Römerzeit ging die intensive Nutzung zurück. Erst ab dem 11. und 12. Jahrhundert n. Chr. wurde die Landschaft erneut stärker bewirtschaftet.
Unter dem Titel „Harsh environment, tough people: Human Adaptation in the High-Alpine Valley of Schnals from Prehistory to Modern Times“ stellte Putzer die Ergebnisse dem internationalen Fachpublikum vor. Besonders aufschlussreich war der Vergleich zwischen Bronzezeit und Mittelalter und die Frage, welche Bedingungen Menschen dazu bewegten, schwer zugängliche Hochgebirgsräume intensiv zu nutzen.


„Das Schnalstal zeigt, dass hochalpine Landschaften keineswegs nur abgelegene Randgebiete waren. Menschen haben sie über Jahrtausende immer wieder genutzt – zu unterschiedlichen Zeiten aus unterschiedlichen Gründen. Archäologische Funde, Pflanzenreste und historische Quellen helfen uns zu verstehen, wie flexibel Menschen auf die Bedingungen des Hochgebirges reagiert haben“, erklärte Andreas Putzer.

„Forschung lebt vom Austausch. Für uns als Landesmuseum für Archäologie ist es wesentlich, Entwicklungen in Archäologie, Naturwissenschaften und Konservierung nicht nur zu verfolgen, sondern Teil internationaler Netzwerke zu sein“, sagte Museumsdirektorin Elisabeth Vallazza. „Gleichzeitig konnten wir Forschung aus Südtirol in einen größeren europäischen Zusammenhang stellen und unsere Erfahrungen in die Fachdiskussion einbringen.“


Foto: Andreas Putzer beim Vortrag auf dem EAA in Athen © Südtiroler Archäologiemuseum

 


Pressekontakt: 
Katharina Hersel
Südtiroler Archäologiemuseum
Mail: press@iceman.it
Tel. 0471 320114

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