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Pressemitteilung

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35 Jahre Ötzi - 19. September 1991

Eine Entdeckung, die bis heute bewegt

Am 19. September 2026 jährt sich die Entdeckung von Ötzi, dem Mann aus dem Eis, zum 35. Mal. Was 1991 mit einem Zufallsfund am Tisenjoch begann, entwickelte sich zu einer der bekanntesten archäologischen Entdeckungen weltweit. Bis heute ist das Interesse an der 5.300 Jahre alten Gletschermumie, ihrer Kleidung und Ausrüstung ungebrochen – bei Besucherinnen und Besuchern ebenso wie in Medien und Wissenschaft. Neue Untersuchungsmethoden eröffnen immer wieder neue Perspektiven auf das Leben in der Kupferzeit und auf den menschlichen Körper. Gleichzeitig stellt das Südtiroler Archäologiemuseum die Weichen dafür, Ötzi auch für kommende Generationen zu bewahren und zeitgemäß zu präsentieren.

Ein Zufallsfund wird zur archäologischen Sensation
Am 19. September 1991 entdeckten Erika und Helmut Simon aus Deutschland bei einer Bergtour am Tisenjoch in den Ötztaler Alpen einen menschlichen Körper im Eis. Erst nach der Bergung wurde deutlich, dass es sich nicht um einen verunglückten Bergsteiger der jüngeren Vergangenheit handelte, sondern um einen Menschen aus der Kupferzeit. Die Mumie und ihre Beifunde – Kleidung, Werkzeuge, Waffen und weitere Ausrüstungsgegenstände – waren über mehr als fünf Jahrtausende außergewöhnlich gut erhalten geblieben.
Gerade diese Kombination macht den Fundkomplex bis heute einzigartig. Der Mann aus dem Eis ist mit rund 5.300 Jahren die älteste Feuchtmumie der Welt. Seine nahezu vollständig erhaltene Kleidung und Ausrüstung vermitteln ein außergewöhnlich konkretes Bild vom Alltag, vom technischen Wissen und von den handwerklichen Fähigkeiten eines Menschen der frühen Kupferzeit. Fellkleidung, gefütterte Schuhe, Kupferbeil, Feuersteindolch, Bogen und Pfeile, Birkenrindengefäße und zahlreiche weitere Gegenstände sind nicht nur eindrucksvolle Originale, sondern wichtige Quellen für die archäologische Forschung.

Vom Fund zum Museumsmagneten
Die Entdeckung von Ötzi gab den entscheidenden Impuls für die Gründung eines eigenen archäologischen Landesmuseums in Südtirol. Seit 1998 sind die Mumie und ihre restaurierten Beifunde im Südtiroler Archäologiemuseum in der Bozner Museumstraße zu sehen. 2011 wurde die Dauerausstellung zum Mann aus dem Eis auf drei Etagen erweitert und seither laufend an neue Forschungsergebnisse angepasst.
Das weltweite Interesse ist bis heute konstant hoch. Seit der Eröffnung des Museums haben mehr als sieben Millionen Menschen die Dauer- und Sonderausstellungen besucht. Mit jährlich knapp 300.000 Besucherinnen und Besuchern ist es das meistbesuchte Museum Südtirols.
Die anhaltende Faszination erklärt sich nicht allein durch die Begegnung mit der Mumie. Auch die Geschichte seiner Entdeckung, die persönlichen Fragen rund um sein Leben und seinen Tod sowie die außergewöhnlich gut erhaltene Ausrüstung machen Ötzi zu einer weltweit bekannten Zeitmarke für die Urgeschichte.

35 Jahre Forschung – und noch längst nicht alles entschlüsselt
Ötzi ist nicht nur ein archäologischer Fund von außergewöhnlichem Rang, sondern auch ein interdisziplinäres Forschungsobjekt. Weit über 900 Forschende aus aller Welt haben sich bisher mit dem Mann aus dem Eis beschäftigt. Das daraus gewonnene Wissen ist in hunderten peer-reviewten wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert.
Viele Erkenntnisse, die heute selbstverständlich zum Bild Ötzis gehören, wären vor 35 Jahren technisch noch nicht möglich gewesen. Medizinische Bildgebung, genetische Analysen, mikrobiologische Untersuchungen und moderne naturwissenschaftliche Methoden haben Schritt für Schritt neue Informationen über Herkunft, Gesundheitszustand, Ernährung, Aussehen und Todesumstände geliefert. Damit eröffnet der Mann aus dem Eis nicht nur Einblicke in das Leben eines Menschen der Kupferzeit, sondern liefert auch wertvolle Erkenntnisse für unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen.
„Dass Ötzi auch 35 Jahre nach seiner Entdeckung Menschen auf der ganzen Welt fasziniert, zeigt die außergewöhnliche Bedeutung dieses Fundes. Für uns als Museum ist es deshalb eine zentrale Aufgabe, diesen einzigartigen Fundkomplex für kommende Generationen zu bewahren und ihm künftig auch den Raum und die zeitgemäße Präsentation zu geben, die seiner Bedeutung gerecht werden“, sagt Elisabeth Vallazza, Direktorin des Südtiroler Archäologiemuseums.

Konservierung für die Zukunft
Eine zentrale Aufgabe des Südtiroler Archäologiemuseums ist die langfristige Erhaltung der Mumie. Ötzi liegt in einer eigens entwickelten, weltweit einzigartigen Kühlzelle. Dort werden Bedingungen erzeugt, die jenen im Gletscher möglichst nahekommen – bei gleichzeitiger Besichtigungsmöglichkeit: konstant –6 °C und rund 99 Prozent relative Luftfeuchtigkeit. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und weitere Parameter werden rund um die Uhr überwacht.
Die bestehende Kühlanlage ist seit der Eröffnung des Museums 1998 ununterbrochen in Betrieb. Trotz konstanter Wartung stößt sie inzwischen an ihre Grenzen. Ab Herbst 2027 wird die Technik deshalb erneuert. Damit investiert das Land Südtirol gezielt in den langfristigen Erhalt eines seiner bedeutendsten Kulturgüter.

Blick nach vorn: mehr Raum für Ötzi und Südtirols Archäologie
Auch räumlich blickt das Museum in die Zukunft. Das derzeitige Gebäude in der Museumstraße stößt angesichts des hohen Publikumsinteresses seit Jahren an seine Kapazitätsgrenzen. Ein neuer Museumsstandort nicht weit entfernt vom jetzigen ist politisch beschlossen. Dort soll künftig mehr Platz für den Fundkomplex Mann aus dem Eis und für eine umfassendere Präsentation der Archäologie Südtirols entstehen.
35 Jahre nach seiner Entdeckung ist Ötzi damit keineswegs nur ein spektakulärer Fund der Vergangenheit. Er bleibt Gegenstand aktueller Forschung, Herausforderung für die Konservierung und Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Museums. Die Geschichte des Mannes aus dem Eis ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

19. September 2026: „Überleben in der Steinzeit!“
Der Jahrestag des Mannes aus dem Eis ist Anlass für einen besonderen Outdoortag in Begleitung des Survival- und Steinzeitexperten Philipp Schraut. In freier Natur können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Techniken kennenlernen und ausprobieren, die für Menschen wie Ötzi zum Alltag gehörten: Rohstoffe in der Natur finden und nutzen, steinzeitliche Ausrüstung herstellen, mit Feuersteinklingen arbeiten, Nahrung zubereiten und gemeinsam ein steinzeitliches Mahl verkosten.
Die Veranstaltung findet am Samstag, 19. September 2026, von ca. 9.00 bis 16.30 Uhr in der Umgebung von Percha statt und richtet sich an Interessierte ab 18 Jahren. Anmeldung bis 15. September unter Tel. 0471 320112 beziehungsweise per E-Mail an office@iceman.it.

LINK: Überleben in der Steinzeit

 

Fotos:
•    Die Entdeckung von Ötzi, dem Mann aus dem Eis im September 1991 © Südtiroler Archäologiemuseum / Paul Hanny
•    Die Rekonstruktion von Ötzi, dem Mann aus dem Eis, im Südtiroler Archäologiemuseum von Alfons und Adrie Kennis (2011) © Südtiroler Archäologiemuseum / foto-dpi.com
•    Die Direktorin des Südtiroler Archäologiemuseums, Elisabeth Vallazza © Südtiroler Archäologiemuseum / Andreas Tauber
Weitere Fotomotive finden sich in unserem Medienarchiv .

Die Fotos sind honorarfrei für Pressezwecke bei korrekter Nennung des Copyrights.


PRESSEKONTAKT
Katharina Hersel
Südtiroler Archäologiemuseum
Museumstr. 43, I-39100 Bozen
T +39 0471 320114
press@iceman.it
www.iceman.it 

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