Eine anthropologische Delegation vom Willandra National Park in Australien besuchte das Südtiroler Archäologiemuseum.

Bozen, 12.07.2022

Australische Anthropologie-Delegation bei Ötzi


Bozen – Am gestrigen Montag besuchte eine Delegation aus dem australischen Willandra Nationalpark das Südtiroler Archäologiemuseum und den Archeoparc in Schnals. Sieben
ExpertInnen aus Anthropologie und Archäologie sowie VetreterInnen der Aborigines-Gruppen als traditionelle EigentümerInnen aus der Willandra Welterbe Region sowie der Mithaka Aboriginal Corporation informierten sich über Erfahrungen im Umgang mit dem Fundkomplex „Mann aus dem Eis“.

Der Willandra-Nationalpark im Südosten Australiens ist bekannt für seine zahlreichen Fossilienfunde von Menschen und Tieren, darunter einige der ältesten Spuren von Menschen in Australien, darunter die mit 42.000 Jahren älteste bekannte Kremierung der Welt (die am besten erhaltenen unter ihnen werden als “Mungo Man” und “Mungo Lady” bezeichnet). Das einzigartige Fundgebiet wurde deshalb zum UNESCO Weltkulturerbe deklariert. Nun soll eine Aufbewahrungsstätte für die Fossilien geschaffen werden. Die Aborigines als traditionelle Eigentümer und die diversen WissemschaftlerInnen arbeiten eng zusammen, um der Regierung eine angemessene Aufbewahrungseinrichtung vorzuschlagen.

Nach der Diskussion ihrer Forschungsergebnisse auf dem World Archaeology Congress in Prag nahm die Delegation die Gelegenheit wahr, um in Südtirol das Archäologiemuseum in Bozen und den Archeoparc in Schnals zu besuchen, sowie das EURAC-Institut für Mumienforschung kennenzulernen – alle Südtiroler Einrichtungen, die den berühmten Mann aus dem Eis und seine Beifunde beherbergen, in den kulturellen und geografischen Kontext einordnen und erforschen.

Alle Delegierten – darunter Wolfgang Müller (jetzt Goethe-Universität Frankfurt), der seine Iceman-Forschungen in Australien durchgeführt hatte und mit den Gruppen in Verbindung stand – zeigten sich positiv beeindruckt von der Konservierung, die auch in Zukunft Forschungsfragen an den Mann aus dem Eis ermöglichen wird und dem achtsamen Umgang des Archäologiemuseums mit der Mumie – auch bei der Präsentation und Kommunikation.

 

Fotos:
Informationsbesuch im Südtiroler Archäologiemuseum: Delegierte aus Anthropologie, Archäologie sowie Vertretungen der Aborigines-Gruppen vom Willandra Nationalpark
Bild 1 & 2: im Südtiroler Archäologiemuseum Bozen mit Direktorin Angelika Fleckinger und dem Koordinator des EURAC-Instituts für Mumienforschung © Südtiroler Archäologiemuseum
Bild 3: © archeoParc Schnalstal / Daniela Brugger

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PRESSEKONTAKT
Katharina Hersel
Südtiroler Archäologiemuseum
Museumstr. 43, I-39100 Bozen, Italien
T 0471 320114
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