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Wie starb er?

Wie starb er?

Im Juli 2001, also fast genau 10 Jahre nach dem Fund der Mumie, machten unsere medizinischen Berater, der Pathologe Dr. Eduard Egarter Vigl und der Radiologe Dr. Paul Gostner, eine aufregende Entdeckung.

Bei der Auswertung neuer Röntgenbilder bemerkten sie einen Fremdkörper im linken Schulterbereich. Nach genauen Untersuchungen bestand kein Zweifel mehr: es handelt sich um eine Pfeilspitze aus Feuerstein. Ötzi ist mit großer Wahrscheinlichkeit an dieser Schussverletzung gestorben.

Bei der genauen Untersuchung der linken Rückenpartie entdeckte Eduard Egarter Vigl eine kleine Hautwunde. Von dieser Hautwunde führt ein Stichkanal in das Innere des Körpers. Die Pfeilspitze hat beim Eindringen in den Körper ein ca. 2 cm großes Loch in das linke Schulterblatt geschlagen und ist wenige Millimeter vor der Lunge im Gewebe hängen geblieben. Lebenswichtige Organe wurden nicht getroffen, doch liegen im Zielbereich der Pfeilspitze Gefäßnervenbündel des linken Armes und ein großes Blutgefäß. Eine Verletzung desselben hatte zu einer ausgedehnten Blutung und möglicherweise zu einer Lähmung des linken Armes geführt. Der Mann aus dem Eis muss innerhalb weniger Minuten verblutet sein.

Zudem zeugt eine tiefe, noch nicht verheilte Verletzung an der Hand von einem Nahkampf, der Stunden bis Tage vor dem Tod stattgefunden haben muss. Ein kürzlich entdecktes Schädel-Hirn-Trauma mit einer großen Blutung im hinteren Bereich des Gehirns und einer Fraktur des Schädelknochens lassen auf einen Sturz oder Angriff auch unmittelbar vor dem Tod schließen.