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Zeitungsartikel

Ötzi und die Medien

Niemals zuvor hatte ein archäologischer Fund ein derart großes Medieninteresse hervorgerufen. Man spekulierte über das Schicksal des Mannes aus dem Eis. Er wurde zur Hauptfigur der Karikaturisten, zum Thema in Fernsehshows.

Ein Journalist vermutete hinter der Sensation sogar eine Fälschung, nämlich die Unterschiebung einer ägyptischen oder peruanischen Mumie … Um den vielen Anfragen der Presse und den Bedürfnissen der Wissenschaftler gerecht zu werden, kam es an der Universität Innsbruck zur Gründung des Forschungsinstitutes für Alpine Vorzeit.

Die Bezeichnung des Gletscherfundes bereitete zunächst ziemliche Verwirrung. Grundsätzlich werden für Funde nur auf amtlichen Karten eingetragene Angaben verwendet. In diesem Fall wäre dies das Hauslabjoch, während das topografisch näher am Auffindungsort gelegene Tisenjoch in keiner amtlichen Karte aufscheint. Noch bevor die Behörden eine einheitliche Benennung einführten, erfanden die Journalisten über 500 verschiedene Namen.

Der Wiener Reporter Karl Wendl prägte erstmals den Namen „Ötzi“ in Anlehnung an das Ötztal.

 

Laut Beschluss der Südtiroler Landesregierung ist die offizielle Bezeichnung der Gletschermumie inzwischen »Der Mann aus dem Eis« – »L’Uomo venuto dal ghiaccio«.