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Die Pfeile
Groß war die Überraschung, als man bei der Öffnung des Köchers sah, dass er neben zwölf Rohschäften nur zwei schussbereite Pfeile enthielt. Die unfertigen Schäfte sind 84–87 cm lang und aus den Ästen des Wolligen Schneeballs gefertigt. Sie waren entrindet, aber noch nicht fertig geglättet. Bei allen Werkstücken weist eines der beiden Schaftenden eine Einkerbung auf.
Die beiden fertigen Pfeile sind mit einer Spitze aus Silex versehen. Zur Fixierung am Schaft diente Birkenteer und eine Fadenumwicklung.
Am gegenüberliegenden Ende befinden sich die Reste einer dreiteiligen Radialbefiederung, die mit Birkenteer und dünnen Nesselfäden angebracht wurde. Diese Befiederung stabilisiert den Pfeil in der Flugphase.
Es ist das erste Mal, dass sich an prähistorischen Pfeilen eine Befiederung erhalten hat. Einer der Pfeile besitzt einen zweiteiligen Schaft: ein kürzerer Vorschaft aus Hartriegelholz, der auf den Hauptschaft aufgesteckt wurde.
Laut Harm Paulsen, Archäotechniker, können die beiden Pfeile nicht von der selben Person hergestellt worden sein. Die Umwicklungen der Befiederungen wurden nämlich jeweils von einem Links- und von einem Rechtshänder gedreht. Der Pfeil mit dem Vorschaft passt außerdem nicht in den Köcher, er ist zu lang.

