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Die Tätowierungen

Der Körper des Mannes aus dem Eis weist über 50 Tätowierungen auf.
Sie stellen Strichbündel und Kreuze dar. Anders als bei modernen Tätowierungstechniken wurden die Zeichen nicht mit Nadeln, sondern durch feine Schnitte angebracht, in die anschließend Holzkohle gerieben wurde.

Die Tätowierungen liegen interessanterweise an Körperstellen, die zu Lebzeiten starken Beanspruchungen ausgesetzt waren und ihm aufgrund der Abnutzungserscheinungen Schmerzen bereitet haben müssen.

Es handelt sich demnach primär um therapeutische Maßnahmen und nicht um Symbole.

Ein oder mehrere senkrechte Strichbündel befinden sich links und rechts der Lendenwirbelsäule, auf der linken Wade, auf dem rechten Fußrücken sowie am äußeren und inneren Fußknöchel. Zwei Linien laufen über das das linke Handgelenk. Jeweils ein kreuzförmiges Zeichen findet sich auf der Innenseite des rechten Knies sowie im Bereich neben der linken Achillessehne.

Der Mann aus dem Eis hatte sich also mehrmals einer schmerzlindernden Behandlung unterzogen.

Auffallend ist, dass die tätowierten Bereiche den Haupt-Akupunkturlinien entsprechen. Bislang wurde angenommen, dass sich diese Heilkunst erst zwei Jahrtausende später in Asien entwickelt hat.