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Die Tätowierungen

Die Tätowierungen

Der Körper des Mannes aus dem Eis weist 61 Tätowierungen auf.
Sie stellen Strichbündel und Kreuze dar. Anders als bei modernen Tätowierungstechniken wurden die Zeichen nicht mit Nadeln, sondern durch feine Schnitte angebracht, in die anschließend Holzkohle gerieben wurde.

Die Tätowierungen liegen zum großen Teil an Körperstellen, die ihm zu Lebzeiten aufgrund von Abnutzungserscheinungen oder Krankheiten Schmerzen bereitet haben müssen.

Es handelt sich demnach primär um therapeutische Maßnahmen und nicht um Symbole. Der Mann aus dem Eis hatte sich sicher mehrmals einer schmerzlindernden Behandlung unterzogen.
Ein oder mehrere senkrechte Strichbündel befinden sich links und rechts der Lendenwirbelsäule, auf der linken Wade, auf dem rechten Fußrücken, am äußeren und inneren Fußknöchel sowie – jüngst entdeckt – am Brustkorb in Höhe der rechten untersten Rippe. Zwei Linien laufen über das linke Handgelenk. Jeweils ein kreuzförmiges Zeichen findet sich auf der Innenseite des rechten Knies sowie im Bereich neben der linken Achillessehne.
Auffallend ist, dass viele der tätowierten Bereiche den Haupt-Akupunkturlinien entsprechen. Bislang wurde angenommen, dass sich diese Heilkunst erst zwei Jahrtausende später in Asien entwickelt hat.