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Lo stampo di fusione

Die Gussform vom Ritten-Piperbühel

Zur Herstellung von Bronzegegenständen fertigen die bronzezeitlichen Metallurgen Gussformen an, in die sie das flüssige Metall gießen können. Nach dem Erkalten holen sie den Geräterohling daraus hervor. Die ursprünglich zweischalige Gussform vom Piperbühel bei Klobenstein am Ritten diente zur Herstellung von Sicheln. Die Form aus Sandstein, ca. 21 x 16 cm groß und 4,5 cm stark, datiert in die mittlere bis späte Bronzezeit. Im eingearbeiteten Negativ fehlt die Griffseite der Sichel. Von der Sichelschneide geht eine Windpfeife ab. Durch die Kanüle konnten die in der flüssigen Bronze enthaltenen Gase entweichen. 


Unter die Lupe genommen: Gussform und Gusstechnik


Gussformen aus Stein sind im Unterschied zu solchen aus Lehm oder Sand mehrmals verwendbar. Der Bronzegießer kann daher größere Stückzahlen herstellen. Für die Herstellung der Sichelgussform vom Piperbühel besorgte sich der Handwerker zunächst zwei Steinplatten. In die erhalten gebliebene Platte arbeitete er die Negativform der Sichel ein und später einen Gusskanal für das Eingießen der flüssigen Bronze. Außerdem waren Windpfeifen nötig. Dabei handelt es sich um Kerben am Rand der Negativform, durch die beim Gießen die eingeschlossene Luft und die aus dem flüssigen Metall austretenden Gase entweichen können. Dadurch lässt sich die Bildung von Blasen und damit Hohlräume im Metall verhindern. Die zweite Steinplatte der Gussform blieb glatt, da die Rückseite der Sichel flach ist. Solche zweiteiligen Formen aus einem Negativ und einem glatten Deckstein eignen sich besonders für die Herstellung einfacher Gegenstände.
  


Der Metallurg – eine mythische Figur


Nur eine verhältnismäßig kleine Gruppe von Menschen beherrschte während der europäischen Bronzezeit die Kunst der Metallgewinnung und Metallverarbeitung. Der Großteil der Bevölkerung lebte als Eigenversorger von der Landwirtschaft. Mit der Metallurgie kamen sie nicht in Berührung. Daher nahmen die spezialisierten Metallhandwerker eine Sonderstellung ein. Ihr Wissen und ihre Fähigkeiten verhalfen ihnen zu Reichtum. Nach ihrem Tod legte man ihnen bisweilen ihre Werkzeuge mit in das Grab.
In jüngeren Epochen erscheinen Metallurgen und Schmiede immer wieder als mythologische Gestalten. Der griechische Gott Hephaistos war Schmied. In der germanischen Sagenwelt des Mittelalters erscheint die Schmiedekunst als Zauber.
  


Das „goldene“ Zeitalter


Bronze schimmert nach seiner Fertigung wie Gold. Deshalb wird die europäische Bronzezeit mitunter als das „goldene“ Zeitalter benannt. Erst durch die Lagerung im Boden erhielten die vorgeschichtlichen Bronzegegenstände ihren grünen Überzug, Patina genannt. Der neue Werkstoff war nicht nur für die Herstellung von Waffen beliebt. Die Metallurgen stellten eine große Bandbreite an Geräten aus Bronze her. Sie erleichterten die Arbeit in der Landwirtschaft.
Die Herstellung von Schmuck florierte. Männer und Frauen trugen Gewandnadeln, die im Laufe der Zeit immer größer und prächtiger ausfielen. Fußringe, Armreife, Fingerringe, Haarnadeln, Spiralanhänger, scheibenförmiger Gewandschmuck, Halsketten, Schläfenringe, Amulette und Diademe: die Palette an Schmuckgegenständen war groß. Verzierungen wurden von den Kunsthandwerkern mit Sticheln oder kleinen Meißeln eingraviert oder ziseliert, also geritzt oder geprägt. Jene Bevölkerungsschichten, die sich Schmuck leisten konnten, zeigten ihn auch. Er galt als Statussymbol. Auch nach dem Tod. Daher legte man den Verstorbenen ihren Schmuck für das Leben im Jenseits mit in das Grab.
 


Vom Dolch zum Schwert


Im Laufe der Bronzezeit statten sich die Kämpfer in Mitteleuropa und dem Alpenraum ab 1300 v. Chr. erstmals mit Schutzwaffen aus. Sie tragen Helme, Beinschienen, Armschienen und Brustpanzer, die sich zu einer Rüstung ergänzen. Kurz zuvor hatte das Schwert den Dolch als Angriffswaffe abgelöst, und Lanzen die Streitäxte ersetzt. Die frühen Bronzeschwerter dienten als Stichwaffen. Sie wandeln sich zu Hiebschwertern in der letzten Phase der europäischen Bronzezeit ab etwa 1200 v. Chr.
Die Entwicklung der Schwerter beginnt mit so genannten Griffplattenschwertern, die eine trapezförmige oder runde Griffplatte besitzen. Griffzungenschwerter zeigen hingegen fächerförmig erweiterte Griffzungen, auf denen die Griffschale aus Bronze, Bein oder Holz aufgenietet ist. Ein dritter Schwerttyp wird als Vollgriffschwerter bezeichnet. Sie sind mit einem massiven, gegossenen Griff aus Bronze ausgestattet.