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Das unglaubliche Alter
Sechs Tage nach der Entdeckung der Mumie wurde endlich ein Archäologe hinzugezogen. Der Ordinarius für Ur- und Frühgeschichte der Universität Innsbruck, Prof. Konrad Spindler, begutachtete den Leichnam und die Beifunde. Anhand der Typologie des Beiles datierte er den Fundkomplex auf Anhieb auf »mindestens viertausend Jahre«. Bis dahin gab es weltweit noch keinen so gut erhaltenen, mehrere Jahrtausende alten Fund eines Menschen, der zudem in seiner vollständigen Bekleidung und mit zahlreichen Ausrüstungsgegenständen konserviert worden war.
Die endgültigen Beweise für die Echtheit und das außergewöhnlich hohe Alter des Fundes lieferten die C14-Datierungen. Diese Methode zur Altersbestimmung von organischem Material wird in der Archäologie häufig angewandt. An vier verschiedenen Instituten wurden mehrere Gewebeproben des Körpers und der Beifunde getestet. Das Ergebnis war eindeutig:
Der Mann aus dem Eis lebte zwischen 3350 und 3100 v. Chr.
Die Lebenszeit des Mannes aus dem Eis liegt also über 5000 Jahre zurück, und fällt in eine Zeit, in der in Europa die Einführung des neuen Werkstoffes Kupfer zu einem grundlegenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel führte.
Somit lag der Mann aus dem Eis bereits sechshundert Jahre im Gletscher begraben, als in Ägypten König Cheops die Cheopspyramide erbauen ließ. In England entstand erst einige hundert Jahre nach seinem Tod das weltbekannte Stonehenge.

